Frauenmantel – eine Wunderheilpflanze mit erstaunlicher Kraft.

Frauenmantel

Frauenmantel ist mehr als nur eine Pflanze. Als das Kraut der Frauen war Frauenmantel den Germanen heilig und der Göttin Freya geweiht. In christlichen Zeiten wurde das Kraut dann als Pflanze der Jungfrau Maria zum Symbol für alle Schutzsuchenden. Besonders heilkräftig ist die an den Marientagen gesammelte Pflanze. Um Blutfluss der Gebärenden zu stillen und Wunden zu heilen, muss sie bei abnehmendem Mond gepflückt werden. Im Frauenmantel leben verborgene Geister. Baum- und Blumenelfen waschen sich im Tau, der sich am Morgen auf den Blättern findet. Der Tau ist ein begehrtes Alchemistenwasser und wird zu allerlei Zauberei gebraucht, sogar den Stein der Wiesen versuchte man mit Hilfe des Taus herzustellen. Mit den betauten Blättern reiben sich Frauen das Gesicht und vertreiben damit Sommersprossen. Der Frauenmanteltau ist ein von den Blättern aktiv ausgeschwitzter Wassertropfen, den die Pflanze aus sich selbst erzeugt.

Etwas Botanik über Frauenmantel.

Die Heilpflanze ist auch unter Frauenbiss oder Milchkraut bekannt und gehört zur Familie die Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist eine mehrjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe bis zu 30 cm erreichen kann. Die Pflanze mag einen feuchten Boden mit Halbschatten oder direkt in der Sonne. Man findet sie in Fettwiesen und –weiden, an Bachufern und Gräben.

So geht die Ernte richtig.

Kleine, noch recht helle Blätter werden in der Küche von Frühjahr bis Frühsommer fein geschnitten und z.B. in verschiedene Salate gemischt. Sie lassen sich auch gut zu Gemüsefüllungen verarbeiten. Der Grundgeschmack der Blätter ist mild kohlrabiartig. Die sanft aromatischen, gelben Blüten verwendet man als essbare Dekorationsstreu.

Die erstaunliche Heilwirkung von Frauenmantel.

Das ganze Kraut wird arzneilich verwendet. Anders als die Schulmedizin, die der Pflanze nicht viel zutraut, wird sie in der Volksheilkunde nach der Signaturen-Lehre hochgeschätzt und seit dem Mittelalter in den Kräuterbüchern erwähnt. Auch Hildegard von Bingen kannte den Frauenmantel. Traditionell ist sein Haupteinsatzgebiet die Frauenheilkunde. Was angesichts der enthaltenen hormonähnlichen Inhaltsstoffe, die dem weiblichen Sexualhormon Progesteron ähneln, Sinn macht. Als Tee getrunken kann der Frauenmantel Mangelzustände ausgleichen, die zu prämenstruellen Störungen und zu Wechseljahrsbeschwerden führen.

Zudem wirkt er entkrampfend auf die Gebärmutter und fördert nach der Geburt die Milchbildung. Als Sitzbad wirkt der Tee äußerlich bei Weißfluss. Im Tierversuch zeigte der Reinstoff Agrimoniin stark wachstumshemmende Eigenschaften bei Brustkrebs. Frauenmanteltee wirkt stark antioxidativ, ist hilfreich bei Beschwerden der Atmungsorgane, z.B. bei Husten und Erkältungskrankheiten. Er fördert die Verdauung, wirkt herzstärkend und weist einen positiven Einfluss auf die Elastizität der Blutgefäße auf. Seine Wirkung auf das Nervensystem kann Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit lindern. Äußerlich angewandt hilft Frauenmantel-Tee gegen Geschwüre, Ekzeme und eitrige Furunkel.

Inhaltstoffe von Frauenmantel

Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe, Phytosterin, Glykoside, Saponine, Calciumoxalat, ätherisches Öl, Harz, Tannine, Öl, Lecithin, Salicylsäure

Anwendungsgebiete von Frauenmantel.

Milchbildungstee

Je 20 g Kraut von Frauenmantel, Brennnessel und Eisenkraut, Fenchel- und Anissamen. 10 Minuten ziehen lassen und 3-mal täglich 1 Tasse trinken (maximal acht Wochen lang).

Alchemilla Kosmetik

Je 30 g Frauenmantel- und Stiefmütterchenkraut und Ringelblumenblüten. 10 Minuten ziehen lassen. Äußerliche Waschungen oder für Kompressen anwenden.

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